Personalsuche neu gedacht

Workshop-Reihe zeigte ungenutzte Potenziale im Recruiting auf

Bildschirm mit Teilnehmern der Online-Veranstaltung
Die teilnehmenden Betriebe bekamen wertvolle Tipps im Kampf um die besten Talente. © Business Upper Austria
Katja Haack von jobs.at gab den Teilnehmer:innen neue Impulse für die Personalsuche im Handwerk. ©jobs.at via canva pro
Katja Haack von jobs.at gab den Teilnehmer:innen neue Impulse für die Personalsuche im Handwerk. ©jobs.at via canva pro

28.02.2022

Handwerksbetriebe können sich aktuell über eine gute Geschäftslage freuen – die Aufträge boomen. Jedoch gibt es kaum einen Betrieb, der nicht über fehlende Mitarbeiter:innen klagt. Der Fachkräftemangel bremst das Wachstum und bereitet den Unternehmen große Sorgen. Mit der Workshop-Reihe „Personalsuche neu gedacht – Fachkräfte für das Handwerk im digitalen Zeitalter finden“ hat der Digital Innovation Hub INNOVATE Betriebe mit wertvollen Tipps im Kampf um die besten Talente unterstützt. In mehreren Online-Terminen wurde Wissen vermittelt, um digitale Kompetenzen für die Personalsuche im Handwerk auszubauen.

Zu Beginn der dreiteiligen Workshop-Reihe gab Sabrina Salchegger, Projektmanagerin in der Abteilung Human Capital Management der oö. Standortagentur Business Upper Austria, den neun Teilnehmer:innen einen Überblick über die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Oberösterreich.

Anschließend drehte sich alles um erfolgsbringende Jobinserate. Katja Haack, Geschäftsführerin von jobs.at, gab neue Impulse für die Personalsuche im Handwerk und zeigte auf, wie man Stellenausschreibungen knackig und authentisch gestaltet.


Die wichtigsten Erkenntnisse

  1. Der Arbeitgeber bewirbt sich beim Arbeitnehmer
    Die Zeiten, in denen Betriebe sich zwischen einer Vielzahl an geeigneten Bewerber:innen entscheiden konnten, gehören der Vergangenheit an. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet: Es gibt zu wenige Kandidat:innen für zu viele offene Stellen. Somit müssen Unternehmen Arbeitnehmende von sich überzeugen und nicht umgekehrt.
     
  2. Barrieren für Bewerber reduzieren
    Katja Haack empfiehlt, den Bewerbungsprozess so einfach und unkompliziert wie möglich zu halten. Betriebe sollten sich außerdem davon distanzieren, die „eierlegende Wollmilchsau“ zu suchen: „Seien Sie mutig und versuchen Sie, die Barriere für Bewerber:innen so niedrig wie möglich zu halten. Fragen Sie sich: Was muss sie oder er tatsächlich mitbringen? Lassen Sie die nice-to-have-Anforderungen weg!“
     
  3. Mitarbeiter einbinden
    „Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeiter:innen. Ehrliches Feedback zum Unternehmen kann nur von der eigenen Belegschaft eingeholt werden“, ist Katja Haack überzeugt. Dadurch erfahren Betriebe, was sie als Arbeitgeber aus Sicht von Bewerbenden wirklich attraktiv macht. „Ein authentisches Stelleninserat kann nur entstehen, wenn keine Standardfloskeln, Beschönigungen und Wunschanforderungen gestellt werden“, führte die Expertin weiter aus.

 

Positives Feedback der Teilnehmer

Die Teilnehmer:innen konnten sich intensiv mit dem Thema Recruiting und Jobausschreibung auseinandersetzen, voneinander lernen und gemeinsam Neues erarbeiten.

 

Lisa Luftensteiner, HR-Managerin beim Maschinenbauunternehmen Eisenbeiss konnte im Workshop wertvolle Erkenntnisse gewinnen:

„Auch wenn es so simpel scheint: Im eigenen Unternehmen die Mitarbeiter miteinbinden und nachfragen. Wie wirkt die Stellenanzeige, was macht uns als Arbeitgeber WIRKLICH attraktiv und bietet einen Mehrwert? Die Antworten sind positiv überraschend und können sehr gut für die Adaptierung einer Stellenanzeige herangenommen werden. Noch ein Tipp: Aufs Wesentliche konzentrieren. Standardfloskeln bieten keinen Mehrwert!“

Lisa Luftensteiner- Koordinatorin Netzwerk Human Ressourcen (NHR) Business Upper Austria - die Standortagentur des Landes OÖ

 

Anna Norz, Geschäftsführerin Norz GmbH Tischlerei, wurde positiv überrascht und fand die Workshop-Reihe sehr inspirierend:

„Es war gut für mich, sich vor allem selbst einmal die Frage zu stellen, was uns als Unternehmen attraktiv und einzigartig macht. Diese Fragestellung hat mich auch motiviert, Stärken unserer Firma auszubauen und auch für meine Mitarbeiter ein paar weitere ‚Zuckerl‘ anzubieten. Katja ist wirklich eine tolle Vortragende und gibt mit ihren Statements und Ideen tolle Inputs! Sie ‚sprudelt‘ gerade so – das ist schön. Auch die Aufbereitung des Workshops finde ich recht gelungen. Der Gutschein, den wir für jobs.at bekommen haben, bietet außerdem eine tolle Möglichkeit, nun ein Inserat zu schalten!“

Anna Norz, Geschäftsführerin der Norz GmbH Tischlerei, fand die Workshop-Reihe sehr inspirierend. ©Chrsta Gaigg

 

INNOVATE – Digitale Lösungen für die Zukunft

In der Digitalisierung steckt großes Potenzial für die Zukunft österreichischer Unternehmen. Als Teil des Digital Innovation Hubs INNOVATE unterstützt der Building Innovation Cluster der oö. Standortagentur gemeinsam mit anderen Digitalisierungs-, Innovations- und Branchenexpert:innen Betriebe auf ihrem Weg in die digitale Zukunft. Die Zielgruppe sind Klein- und Mittelbetriebe aus der Land-, Holz-, Forst- und Energiewirtschaft. INNOVATE informiert über neue Technologien, unterstützt bei der Qualifizierung und begleitet KMU bei der Umsetzung konkreter Ideen. Die Initiative wird vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und von weiteren Bundesländern unterstützt.

Weitere Veranstaltungen des Digital Innovation Hubs finden Sie im INNOVATE-Veranstaltungskalender:
www.dih-innovate.at/veranstaltungen


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Kathrin Preinfalk

Projektkoordinatorin

Building Innovation Cluster

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